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Waldorfschule möchte sich vergrößern

Beim öffentlichen Infotag sagte dies Geschäftsführerin Sabine Thiebe. Derzeit lernen rund 300 Schüler in der Ernst-Thälmann-Straße

2017 TdoT

Die Schüler Mio Lemke (sitzend von links), Marie Bullerschen, Rama Arifani, Julus Brenner (sitzend v.l.), Niklas Rasch und Luca Malong (stehend) präsentierten gemeinsam mit ihrer Klassenbetreuerin Tatjana Krasilnikova (rechts) das Schülerrat-Projekt "Schule ohne Rassismus". Foto: Klaus Fink

 

Eisenach. Großer Andrang herrschte beim Tag der offenen Tür am Samstag in der Freien Waldorfschule. Geschäftsführerin Sabine Thiebe informierte: Zurzeit sind neben 40 Pädagogen zehn sonstige Mitarbeiter beschäftigt. Rund 300 Schüler lernen in den meist einzügigen Klassenstufen 1 bis 13. Das Abitur wird in der 13. Klasse absolviert. Zudem können Schüler in der 10. Klasse den Hauptschul- und in der 12. Klasse den Realschulabschluss machen.

Ein Infostand gab Auskunft zum Beispiel über Fremdsprachen schon ab der 1. Klasse und vieles andere mehr. Sabine Thiebe merkte so nebenbei an, dass die Waldorfschule nach Möglichkeiten der Erweiterung suche, da inzwischen Wartelisten bei Anmeldungen existieren. Englisch-Lehrerin Tatjana Krasilnikova ließ wissen, dass der Schülerrat demnächst ein neues Projekt angehe, das sich mit dem Thema "Demokratie, Grenzen überwinden" befasst.

 

Bewegung und Tanz als Ausdrucksmittel

Ein Alleinstellungsmerkmal der Waldorfschule, die 2016 ihr 20-jähriges Bestehen feierte, ist das Fach Eurythmie. Hier gilt das Motto "Alles, was entsteht, entspringt aus Bewegung". Karin John-Sander und Tatjana Krasilnikova lehren diese "Art der Bewegungskunst", die mitten in einer Zeit des geistigen Umbruchs am Anfang des 20. Jahrhunderts vom Philosophen, Pädagogen, Naturwissenschaftler und Begründer der Anthroposophie Rudolf Steiner (1861 bis 1925) geschaffen wurde. Von ihm stammt auch der in der Festschrift abgedruckte Leitspruch "Das Kind in Ehrfurcht aufnehmen, in Liebe erziehen, in Freiheit entlassen", nach dem in der Waldorfschule gelernt wird.

Die Freie Waldorfschule Eisenach/Wartburgkreis erhielt 2016 den Titel "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage". Dazu präsentierte der Schülerrat eine Ausstellung. Bei diesem Projekt engagieren sich Schüler für Demokratie und Vielfalt an Thüringer Schulen. Natürlich war das Interesse am offenen Unterricht, an weiteren Ausstellungen wie etwa zum Feldmess-Praktikum und zum Landwirtschaftspraktikum groß. Vegetarische Köstlichkeiten wurden angeboten. Besucher sahen selbstgenähte Kostüme und konnten sich an Mitmach-Aktionen beteiligen – vom Filzen über Schmieden und Gestalten mit Papier bis zum Stockkampf "Escrima".

Die Schule hat auch eine Zirkus-AG und führt zudem sehr kreativ Theaterstücke auf, gern erinnert man sich zum Beispiel an "Krabat", vor vollem Haus aufgeführt Anfang 2016.

Übrigens betreuen Mädchen und Jungen der Waldorfschule auch Flüchtlingskinder, viele von ihnen leben in dem Viertel.

 

Klaus Fink / 31.01.17